Tag 6: Nass, aber glücklich

Nachdem wir am Abend zuvor unseren persönlichen Kilometerrekord geknackt hatten, haben wir uns mit einem “echten” Frühstück in der Pension belohnt. Das war auch gut so, schließlich mussten wir die zwei extra Kilometer auch wieder zurück nach Elster laufen, wo wir uns auf die Suche nach einem Supermarkt machten. Mit reichlich Proviant traten wir den Weg von 27 km nach Reinharz an. Die meisten Nahrungsmittel mussten wir glücklicherweise nicht weit tragen, da Evelyn konstant futterte – natürlich nur, um das Rucksackgewicht zu verringern.

Die Giersellfähre in Elster (Elbe)

Die Giersellfähre in Elster (Elbe)

Der erste wichtige Schritt in Richtung Reinharz war die Überquerung der Elbe. Dank der Giersellfähre in Elster erreichten wir trockenen Fußes das andere Ufer.

Querfeldein nach Wartenburg

Querfeldein nach Wartenburg

Die Hunde freuten sich über die weiten Wiesen, die wir Richtung Wartenburg überquerten. Kiara, ab jetzt ohne Packtaschen, machte sich auf die Suche nach Mäusen, während Colleen, nach wie vor mit Schuhen, ihr dabei auf Schritt und Tritt folgte.

Nach Wartenburg ging es kilometerlang über Feldwege Richtung Trebitz. Wieder war weit und breit kein Mensch zu sehen, lediglich einige neugierige Rehe.

Nach einer kurzen Pause in Trebitz ging es dann weiter durch einen wunderschönen Wald, wo wir zum ersten mal auf unserer Tour vom Regen erwischt wurden. Alle vier in Regenkleidung gepackt erreichten wir Ogkeln. Ein kleiner Imbiss mit “den besten belegten Brötchen weit und breit” war leider “heute geschlossen”, also musste ein kleines Bushaltestellenhäuschen für die Pause herhalten.

So trotzt man stilvoll dem Regen

So trotzt man stilvoll dem Regen

Erschöpft vom Laufen und vom anhaltenden Regen machten wir uns an die letzten Kilometer nach Reinharz. In der Abenddämmerung, bei leichtem aufsteigendem Nebel, konnten wir nicht nur Rehe beobachten, sondern auch echte Raben und Gänse. Nach einer Biegung sahen wir Reinharz schon vor uns liegen mit seinem hohen Schlossturm, dem Kirchturm und eine grasenden Kuhherde vor den ersten Häusern des Dorfes.

Die Wildnis vor Reinharz

Die Wildnis vor Reinharz

Wie zuvor in Feldheim machten wir uns also auf die Suche nach einer Unterkunft, aufgrund des Regens und der Dunkelheit mit der Hoffnung auf einen Platz in einer der vielen Scheunen. Wir klapperten alle Straßen von Reinharz ab, die allesamt “Reinharz” hießen. Doch wieder ernteten wir viele skeptische Blicke und bis auf eine dunkle, zugestellte Scheune, in der vielleicht gerade die Hunde Platz gefunden hätten, fanden sich keine Alternativen. Erst als wir durch einen Tipp Kontakt zur Schlossverwaltung aufgenommen haben, hatten wir wieder Hoffnung: Freunde von ihr hätten eine leerstehende Wohnung, in der wir eventuell übernachten könnten. Ein Anruf und wir waren herzlich eingeladen. Hartmut begrüßte uns an der Tür und zeigte uns die Wohnung: Schlafzimmer, Bad, Küche – alles zu unserer Verfügung. Nachdem die Hunde getrocknet und mit Söckchen ausgestattet waren, wurden wir sogar noch zum Abendessen eingeladen. So lernten wir Hartmut und Waldi schnell besser kennen und verbrachten in familiärer Atmosphäre einen wunderbar gemütlichen Abend am Kamin. Danke, Waldi und Hartmut, dass ihr unser Menschenbild wieder geradegerückt habt!

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